PRESSESTIMMEN ZEITGENÖSSISCHES MUSIKTHEATER / Zitate, Links

Limonen aus Sizilien

 

"Operndramen im Kasino der Gefühle

Die Wiener Volksoper gastiert mit Manfred Trojahns Oper im Kasino am Schwarzenbergplatz. Der intime Raum wird elegant bespielt (...)

 Ziemlich stimmig ist ja auch, was die Wiener Volksoper in diesem atmosphärisch starken Raum, dem Kasino am Schwarzenbergplatz, in Zusammenhang mit Manfred Trojahns Oper Limonen aus Sizilien präsentiert. Da sind wenige Requisiten im Einsatz, Bett und Stuhl reichen im Grunde, und Regisseurin Mascha Pörzgen nutzt die Chance, ohne Ausstattungsablenkung Figuren prägnant Kontur zu verleihen und das Wesentliche ihrer Beziehungen musiktheatralisch belebend in den Mittelpunkt zu stellen. (...)  Rebecca Nelsen, Carsten Süss und Morten Frank Larsen sind profunde Darsteller von Dramatik. Bei Bedarf sind sie auch humorig in ihrem Element – wie auch David Sitka, Ursula Pfitzner und Martina Dorak. Ihnen allen, die in diversen Rollen gesanglich auf hohem Niveau agieren, war das (links von der Bühne postierte) Orchester der Volksoper Wien eine delikate Unterstützung – unter der produktiven Leitung von Gerrit Prießnitz. Die neue Kooperation mit dem Burgtheater darf somit als sinnvoll und gelungen bezeichnet werden. 

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(Der Standart, Wien; Ljubisa Tosic, 13.2.2017)

 

(...) Trojahn schreibt eine stringente, handwerklich äusserst gekonnte Musik mit einem Hang zum Düsteren, mit viel deutlich gemalter Atmosphäre und hochexpressiven Gesangspassagen (...)

während das 18-köpfige Kammerorchester, von Gerrit Priessnitz verlässlich geleitet, die dramatischen Miniaturen illustrativ, zuweilen nahezu filmmusikalisch, zu einem bemerkenswert vielfältigen, oft flächigen Klangteppich ausgestaltet (...)

Mit nur wenigen Requisiten und pittoresken Kostümen stellt Mascha Pörzgen eine solide Inszenierung in den offenen Bühnenraum, und auch dem Ensemble lässt sich kein Vorwurf machen (...)

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Neue Züricher Zeitung  

 

Das achtköpfige Ensemble weiß deren Angebot für sich zu nutzen. Es präsentiert sich nicht nur stimmlich stark, sondern geht auch mit überbordender Spielfreude ans Werk. Pörzgen hat die Charaktere fein ziseliert, sie kann natürlich im Kasino auf große Gesten verzichten und auf eine subtile Darstellung der Figuren setzen. Dabei wirkt es, als wären die Volksopern-Kräfte durch die Nähe zu ihrem Publikum wie entfesselt.

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Mottingers Meinung 

 

Die Feuertaufe wurde bravourös bestanden. (...)

Ähnliches gilt für Regisseurin Mascha Pörzgen, die in Dietlind Konolds sparsamem

Bühnenbild nicht auf Experimente setzt, sondern die Geschichte(n) linear und subtil

erzählt. Wer will, kann die psychoanalytische Ebene sehen.

Wer nicht will, kann sich auch nur an Szenen, die an die Commedia dell'arte erinnern,

erfreuen. Gut so! (...) PETER JAROLIN (Kurier)

 

sowie: 

Vorbericht / Interview (Kurier) 

Ernst Krenek, Tarquin

"Nun endlich aber kam sie durch das Internationale Opernstudio der Staatsoper wieder auf die Bühne, in einer Inszenierung von Mascha Pörzgen. Wo eine knappe, bündige Form für eine Oper des 20. und 21. Jahrhunderts nicht außergewöhnlich ist, und eine Vorstellung zwar sehr intensiv ist, die Vorstellungsdauer aber durchaus auch weniger als zwei Stunden betragen kann, weicht diese Inszenierung vom bekannten Pfad ab. Der eigentliche Opernstoff wurde nämlich durch drei Stücke aus Gesänge des späten Jahres (1931) um Prolog, Intermezzo und Epilog, vorgetragen von Annika Schlicht (Mezzosopran) und Günther Albers (Klavier), ergänzt. Nicht nur aufgrund des Umfangs war Tarquin trotz des eher kleinen Präsentationsformats in der Werkstatt am Schiller Theater eine große, dichte Opernproduktion." (Bachtrack)

Der Kaiser von Atlantis"

»Mascha Pörzgen schafft Eindringlichkeit durch Reduktion. Mimik und Gestik der Figuren erscheinen wie in Zeitlupe eingefroren und wirken dadurch umso intensiver. Alin Anca verleiht dem Tod einen kraftvoll pastoralen Ton. Gyula Orendt schenkt dem selbstherrlichen Kaiser einen glänzenden Tenor.« (Märkische Oderzeitung)

»In der überwältigend eklektizistischen Musik, die Ullmann geschrieben hat, finden eine barocke Passacaglia und ein Luther-Choral genauso ihren Platz wie Jazz-Rhythmen. Dirigent Felix Krieger arbeitet die Brüche heraus, ohne dass das Stück unter den Stilzitaten zerbröseln würde. Ein Abend, so schwarzgallig, wie es nur geht. Und doch leuchtet er hell.« (Der Tagesspiegel)

»Das Grauen der Umstände, unter denen das Werk entstand, ist bei der Inszenierung jeder­­zeit präsent. Das Stück ist schwer zu ertragen, aber notwendig. Man traut sich danach sogar, ein wenig zu applaudieren.« (taz)

»Diese Aufführung überzeugt, weil sie reduziert und dabei emotional verdichtet. Was auch an den beteiligten Sängern liegt, allen voran Gyula Orendt als Kaiser Overall. Voller Zerissenheit und irrer Verzweifelung singt er diesen Tyrannen, wie er am Ende am Ende seiner Allmachtsphantasien am Rande des Wahnsinns angelangt ist und mit dem eigenen Tod den Bann bricht.« (RBB Inforadio)

 

Die Grille (The cricket recovers) 



"Mascha Pörzgens verspielt-skurrile Inszenierung macht schön deutlich, dass es die Bemühungen der Freunde sind, die der Grille wieder warm ums Herz machen. (...)

Ayres‘ Komposition ist äußerst farbenreich und oft frei tonal, dabei immer treu den Gefühlslagen folgend. Zum ersten Streicherkratzen entdecken wir die zirpende Grille. Aufgeregt tönen die Instrumente durcheinander, wenn‘s dramatisch wird. Dafür gibt es einen fast harmonischen Walzer zum noch unbeschwerten Tagesbeginn, rieselnde Minimal Music beim Regen und besoffen schlingernde Bläser (...)

Den Kindern und mehr noch den Erwachsenen in der fast ausverkauften Premiere machte das Ganze großen Spaß. Sicher nicht nur die Musik, die Joseph Trafton mit Verve dirigierte, sondern vor allem die phantasievolle Ausstattung von Frank Fellmann und Pörzgens Regiedetails. Von der einschwebenden Riesengießkanne bis zu den Graffiti auf dem Gipsbein des Elefanten ist alles herrlich durchgearbeitet. (...)"

(Andreas Berger, Braunschweiger Zeitung)

"Die torkelnde Grille und der jodelnde Elefant könnten die Stars jeder Comedy-Show werden: Aber sie sind die sympathischen Hauptfiguren in der Kinderoper „ Die Grille“. (...)

In der kunterbunten Elefantenwohnung lebt auch die Grille – unbemerkt auf dem Heizkörper. Beide Bewohner haben Probleme: Die Grille leidet urplötzlich an „düsteren Gedanken“, der Elefant kann trotz dramatischer Höhenangst nicht von seinem größten Wunsch lassen: Er will (und muss) auf Bäume klettern.
„Die Grille“ lebt durch das anrührende Libretto von Rozalie Hirs, das auf einer Kindergeschichte des niederländischen Autors Toon Tellegen beruht. In der Inszenierung von Mascha Pörzgen kommen die vielen skurrilen, surrealen und fantasievollen Elemente rund um das Thema Freundschaft eindrucksvoll zur Geltung.
Unter der musikalischen Leitung von Joseph Trafton besticht die Partitur des Briten Richard Ayres (Uraufführung 2005) durch punktgenauen Einsatz: Unterschiedlichste Stile werden temperamentvoll und frech gemischt, Rossini wechselt mit Strawinsky, schräge Töne mit Minimalmusik, tierisches Gequake und Geraschel mit Gepluster.
Die Gesangspartien sind anspruchsvoll, acht Sängerinnen und Sänger überzeugen in ansteckender Spiellaune bei hohem körperlichen Einsatz: Die Grille (Rebecca Nelsen) beispielsweise hüpft, wippt, streckt dabei die Fühler in die Luft – und immer klingt ihr Sopran locker und klar. Der Elefant (Jan Zinkler) klettert wie ein Besessener die Bäume hoch und fällt krachend runter, ohne dass seinem schönen Bariton auch nur eine kleine Schwäche anzuhören wäre.
Bemerkenswert auch das präzise und umwerfend witzige Spiel der anderen kleinen Viecher : Das Eichhörnchen (Mouran Abouloff) schaut genau so süß wie ein echtes Eichhörnchen, die Wühlmaus (Christina Roederer) kann perfekt mit der kleinen Mausnase zucken und dazu einen stimmlichen Spitzentanz abliefern, Ameise und Eule (Sarah Ferede), Gallwurm und Pandabär (Malte Roesner), Nilpferd (Dae-Bum Lee), und Spatz (Johannes Gaubitz) sind tierisch gute Akteure in liebevollen Kostümen (Frank Fellmann, der auch für die prächtige Bühne steht).
Ein großes Vergnügen, ganz viel Applaus."

(Ingeborg Obi-Preuß , Neue Braunschweiger Zeitung)

 

Rapunzel-Monolog 

 

"Die Besetzung des großen, fast 90minütigen Monologs mit der Schauspielerin Ariane Arcoja erwies sich als Glücksgriff. Nicht mehr ganz jung, kann sie Distanz schaffen. Es bleibt ungewiss, ob hier eine Frau von 50 Jahren in ihre eigene Jugend zurücktaucht, ob sie den Text einer anderen, jungen Person vorträgt oder ob der Galgenstrick aus Haar die retardierte Ich-Erzählerin ein Leben lang würgt.
Silke Andrea Schuemmers Text ist außerordentlich detailversessen und vor allem vollkommen unsentimental. Die Ich-Erzählerin berichtet genau, zuweilen sogar komisch. Umso tragischer erlebt man ihr Leiden.
Keine leichte Aufgabe für die junge russische Komponistin Alexandra Filonenko, diesen leichten Ton für das Unerträgliche auch musikalisch zu treffen. Zarte, zauberische Töne lassen sich als innere Stimme der Erzählerin deuten. Es gibt winzigste melodische Einsprengsel des Akkordeons, manchmal nur einen Intervallsprung lang, es gibt plätscherndes Wasser, mit einem Bogen angestrichene Becken und Glocken des umfangreichen Schlagwerks. Die Streichquartett-Passagen sind den quälenderen, schneidend harten Teilen des Textes beigeordnet. Wenn die Worte ganz aussetzen, ergänzt Filonenkos Musik die Erzählung des Unerträglichen mit aller Wucht, die das Schlagwerk und die verstärkten Instrumente erzeugen können. Selbst in solchen akustischen Grenzbereichen kaum erträglich hoher oder tiefer Tonballungen, viel mehr aber noch in den zarteren Tongespinsten erweist sich die junge russische Komponistin als eine intensive Arbeiterin am Klang. Jede Farbe ist sorgsam gemischt, jeder Ton ein neuer Test auf die Wirkung auserlesener und seltener Zusammenklänge. Das Kairos-Quartett, Christine Paté, Akkordeon und Claudia Sgarbi am Schlagzeug spielten die erstaunlich reife und ausgefeilte Komposition, der lediglich die Dimension des Distanzierten, Kommentierenden fehlte, mit intensiver Spannung und Konzentration. Eine vierte Dimension neben dem Text, der Musik und dem Schauspiel eröffnete sich dem multimedialen Werk durch die Kunst der Vertikalseil-Akrobatin und Luftperformerin Ellen Urban. Sie lebte in Lars Thuns Bühnenbild, einem hängenden Irrgarten aus Seilen verschiedener Stärke und Ausführung. Das Unaussprechliche, nicht einmal Musizierbare machte sie, in die Seile eingesponnen, an ihnen hangelnd, in ihnen hängend, festgehalten und abstürzend, quälend eingeschnürt und gefährlich befreit, sichtbar."
(Deutschlandfunk, Musikjournal 03.03.08 / Ausschnitt aus Sendemanuskript)

Ich, Hiob


"Wohltuend, von einer Inszenierung ohne Profilierungsneurose berichten zu können! Mascha Pörzgen hat sich auf die expressive Körpersprache des Hauptdarstellers konzentriert; sparsam eingesetzte Requisiten stehen ganz im Dienste des Geschehens. Umso wichtiger die Lichtgestaltung von mystischem Dunkel über die magische Beleuchtung der Seitenaltäre bis zum strahlenden Finale.
(Gerhard Kramer, "Die Presse")

Die Uraufführung vereinte das Libretto, Partitur und Ausführung zu einem bemerkenswerten Gesamtkunstwerk.
Mascha Pörzgen ist für die Inszenierung, Harald Michlits für das Licht, Christof Cremer für Kostüme und Raumgestaltung verantwortlich. Ein Team, welches auf die besondere Ausstrahlung des Ossiacher Kirchenraumes vertraut. Nichts wirkt aufgesetzt, nichts stört den sakralen Ablauf. Die Werkbezeichnung "Kirchenoper" wurde ernst genommen und durch keine sogenannten Regieeinfälle verwässert.
(...)Thomas Daniel Schlee hat mit seiner durchdachten Auseinandersetzung dem Hiob-Thema eine zeitgemäße, hörens- und sehenswerte Facette hinzugefügt. Einhelliger Premierenjubel für den Intendanten, für sein Werk und alle Ausführenden!"
(Wiener Zeitung, Oskar Tonkli)

"Kurt Azesberger (als Hiob) fesselt mit seinem extrem wandlungsfähigen Tenor, seine "Dialoge" mit Cello bzw. Trompete führt er mit äußerster, fast unerbittlicher Konzentration. Ursula Langmayr (als Engel) brilliert als ebenso stimmgewaltiger wie intonationssicherer Sopran. Beide Sänger entsprechen sowohl stimmlich als auch darstellerisch der strukturellen Klarheit der "Sacra Conversatio". Unterstützt werden sie dabei von einem versierten und hoch motivierten Instrumentalensemble. Die szenische Umsetzung (Regie: Mascha Pörzgen) passt sich behutsam den räumlichen Gegebenheiten der Stiftskirche an. " (Bernhard Bayer, DER STANDARD 17.07.2007)

Don Juan kommt aus dem Krieg

"Die schräg abgeschnittenen Quader (Bühne: Paul Zoller) erwiesen sich als geeignete Plattformen für die von der Regisseurin Mascha Pörzgen oft parallel gezeigte Vereinzelung der Figuren, die auch von den übereinander geblendeten, freitonalen Gesangslinien widergespiegelt wurde. Für Intensität sorgte dabei ein sympathisch engagiertes Ensemble mit Christian Miedel (Don Juan) und zehn Sängerinnen, von denen Rebecca Nelsen, Ulla Pilz und Petra Simkova am meisten hervorragten. Insgesamt geriet diese Uraufführung der Neufassung von Højsgaards 1992 in Odense gezeigtem Opus somit zu einem willkommenen Lebenszeichen der Neuen Oper Wien." (DER STANDARD, Wien)

 

Das Wachsfigurenkabinett

"In Oldenburg gelingt es der Regisseurin Mascha Pörzgen und ihrer Ausstatterin Cordelia Matthes, mit bizarren Kostümen und wenigen, surrealistisch eingesetzten Requisiten den Geist der „verrückten Zwanziger“, der aus den Werken spricht, überzeugend ins Zeitlose zu übertragen, so dass auch ein heutiges Publikum sich für gute anderthalb Stunden durchaus fesseln lässt von den kleinen Nichtigkeiten von damals." (Weser Kurier)

Erendira

"Für die Inszenierung im Kleinen Haus hat Cordelia Matthes einen suggestiv-einfachen und schräg gekippten, Gefangenheit und Bedrohung symbolisierenden Kunstraum geschaffen, mit knappen Symbolen und Requisiten, darunter einen Schablonenprospekt, der das Obszöne andeutet und zugleich kaschiert. Mascha Pörzgen, die Regisseurin, entwickelte das Gespür fürs Marionettenhafte der Personen, für die surrealistische Komponente und jene zugespitzte Groteske, ohne die man den „Schichten“ der Oper nicht beikommen kann.
Vieles ist zur stilisierten Geste geformt, und es enthält – wie im Fall der lüstern-dämonischen, fast archaischen Großmutter, die nicht sterben will – bisweilen Komik, Satire und Parodie." (Nordwestzeitung)

Le grande Macabre

Dieses explosive Stück zwischen mittelalterlichem Totentanz, Mysterien und Kasperlespielen, Jahrmarkt- und Vorstadttheatern handelt vor allem von den "Ängsten des Menschen", meint Mascha Pörzgen und findet dafür eine Fülle von klaren und unendlich fantasievollen Bildern. (...) Allen SkeptikerInnen sei gesagt: dieser Abend macht einfach Spaß, er ist pralles Theater" (taz)

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Homepage von Mascha Pörzgen - copyright (c) Mascha Pörzgen 2017 Fotos mit freundlicher Genehmigung von Barbara Braun, Matthias Creutziger, Frank Fellmann, Johannes Gramm, Nico Herzog, Thomas Maximilian Jauck, Waldemar Kremser, Barbary Pálffy, Vincent Stefan, Matthias Stutte, Martin Heying, Christina v. Haugwitz u.a.

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